Elbebiber 2010
08.05.2010 - Riesa 

(jr) Beim diesjährigen internationalen Wettkampf "Elbebiber" in Riesa erreichten die Frankenberger Reservisten in ihrer Wertungskategorie den dritten Platz.
Den ersten Platz in der Wertungskategorie Gästemannschaften (THW, Sportvereine und DRK) belegten die Teilnehmer vom "Frankenberger Abenteuercamp" (unsere Scouts) und waren von den Gesamtpunkten sogar deutlich besser als fast alle "Profi-Mannschaften". 

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Aber wie war das jetzt genau ?
In verschiedenen Gruppen reisten die Frankenberger Kameraden mit Schaufensterpuppenverstärkungen (für den Infostand zum zeitgleich laufenden Landesreservistentag am "Riesenhügel") nach Riesa zum dortigen THW.
Auf diesem THW-Gelände wurde das Zeltlager eingerichtet, wobei wir wieder auf unser neues Großzelt zurückgriffen und zu diesem auch eine mit Fackeln illuminierte Einflugschneise einrichteten.

Die "Glücksfee" des Abends bestimmte den Start der Mannschaft RKF.Res1 und Scout1 gleich als erstes ab 07.00 Uhr. Tja, da war die Freude groß. RKF.Res2 durfte etwas später starten.

Aus Sicht von RKF.Res1 ist nun folgendes zu berichten:

07.20 Uhr
Ausgestattet mit Marschkompass und Wettkampfunterlagen entscheiden sich diese vier Reservisten der RKF spontan an einem militärischen Vielseitigkeitswettkampf teilzunehmen. Man übergibt ihnen eine Karte mit einer deutlich hervorgehobenen mysteriösen roten Linie. Von nun an überschlagen sich die Ereignisse.

Vollkommen perplex steht RKF1 an einem fliesenden Gewässer - die Elbe. Aus irgendwelchen Gründen lagen dort nicht detonierte Kampfmittel herum. Vermutlich Leitwerke von lasergesteuerten zelluloseummantelten Raketen die wir im morgentaubeträufelten sich im Winde wiegenden Gras entdeckten und sogleich stilsicher auf einem Meldeblock vermerkten. Diesen Meldeblock durften wir dann in ein fensterloses A5-Kuvert packen und dieses dann in ein Schlauchboot. Wir selbst durften natürlich auch noch mitfahren.

Eine romantische Stimmung machte sich auf dem träge dahinfließenden Gewässer breit, unterbrochen nur durch stoische Kommandorufe und Ächzlaute der zwei Paddler sowie hin- und herfahrende THW-Versorgungsboote. Die knapp 3 Kilometer absolvierten wir in etwa 19 Minuten, denn wir entschlossen uns tatsächlich mehr sehen zu wollen. Wir waren jetzt neugierig.

Es folgte ein kurzer Fußmarsch zum Veranstaltungsgelände des rein zufällig laufenden Landesreservistentages mit diversen Infoständen (DRK, THW, Feuerwehr, Feldjäger - mensch was haben die für feine Sachen) und Erlebnisgastronomie.
Eine Person hatte der Erlebnisgastronomie wohl zu gut zugesprochen und war mit dem PKW gegen einen Laternenmast gedonnert. Diverse Verletzungen mussten erkannt, versorgt und gemeldet werden. Wir machten das in etwa neun Minuten und verlegten daraufhin Verkehrsschilder frontal tangierend (man sollte halt nicht nur in die Karte sehen beim laufen) einige Kilometer weiter zu einem wundervollen Rapsfeld. Diesen Streckenabschnitt durften wir unter wohlwollender Anleitung der dortigen Seilstegprominenz gleich zweimal absolvieren (im übrigen hatten alle Frankenberger Mannschaften an dieser Stelle die gleiche Idee). Ab da wussten wir auch die bereits erwähnte rote Linie zu deuten. Nun ja, nochmals am Seilsteg angelangt überquerten wir ein Gewässer jeder einzeln mit Gepäck einmal rüber und zurück auf Zeit. 

Es folgte auf einem deutlich weiter entfernt liegenden Schießplatz das Bekämpfen von feindlichen Ringscheiben. Unser Trefferbild war fast perfekt, alle 10 Schuss in einem 5cm bis 10cm-Kreis. Nur leider lag dieser Kreis irgendwie nicht in der Mitte der Ringscheiben. Bei keinem. Probeschüsse waren nicht gestattet. 

Ein weiterer Marsch und wir waren an einem Gebäude angelangt wo es plötzlich fackelte und qualmte. Einteilen, Löschen und ab in den verqualmten Keller nach Verletzten suchen. Taschenlampen hatten wir natürlich keine dabei also vorsichtig tastend durch die Dunkelheit den Geräuschen nach. Ringsum alles weiß vom Nebel. Eine verletzte Person gefunden und auf die Trage geschnallt das enge gewundene Treppenhaus herausbugsiert. Ein letzter finaler Sprint mit musikalischer Westerwaldliedbegleitung führte uns ins Ziel und dort erfüllten wir die Fragebögen der Sicherheitspolitik.

Die letzten Mannschaften waren da noch gar nicht gestartet. Aber wie sooft - die letzten werden die Ersten sein.

 

Machen wir's kurz. Der Nachmittag verging mit dem Besuch des Landesreservistentages am "Riesenhügel" wo am Abend auch die Siegerehrung statt fand. Die Ergebnisse stehen oben.

Weitere Bilder folgen hoffentlich bald.

Jens Richter, SG d.R.