„Kann der Staat seine Bürger schützen?“
12. bis 14.03.2010 - Weimar
(pk) Um dieser Frage nachzugehen, hatten die Landesgruppen Thüringen und Sachsen des Reservistenverbandes sowie die Jakob-Kaiser-Stiftung (J-K-S) eingeladen. Das Haus der Jakob-Kaiser-Stiftung in Weimar stand mit seinem Tagungssaal sowie modernen Unterkünften für das Seminar zur Verfügung.
Schon am Freitag erfolgte abends mit dem Vortrag von Peter Weinheimer [Autor des Buches: „Bevölkerungsschutz in Deutschland – die erfolgreiche Weiterentwicklung eines Anachronismus“] der Start in die Thematik: „Bevölkerungsschutz in Deutschland – kann der Staat seine Bürger schützen“. In der knappen Stunde lieferte der ehemalige Bataillonskommandeur der ABC-Abwehtruppe einen umfassenden wie auch tiefen Einblick. Die Diskussion im Anschluss wurde nur durch das Abendessen kurzzeitig unterbrochen und anschließend in Einzelgesprächen fortgesetzt.

Am Samstag stand Weinheimer früh 09.00 Uhr wieder vor dem Auditorium und konzentrierte sich dieses Mal auf die Verknüpfung von Aufgaben der nationalen Sicherheitsvorsorge (z.B. Polizei, Bundeswehr). Von der Möglichkeit Fragen zu stellen bzw. Kommentare abzugeben, machten die anwesenden Reservisten regen Gebrauch.

Der zweite Referent,
Martin Lorek (Pandemiebeauftragter der PHOENIX GmbH und Co. KG), war aus
Mannheim angereist und hatte seinen Vortrag „Gesundheitsgefährdungen in der
globalisierten Welt“ auf das Beispiel Pandemie (Schweinegrippe) bezogen. Sein
Angebot, im Vortrag entstandene Fragen sofort zu diskutieren, nahmen die Zuhörer
wahr. Auf diese Weise wurde die „klassische Diskussionsrunde“ am Ende des
Referates über den Vortrag verteilt.
Das Mittagessen unterbrach kurzzeitig die sicherheitspolitische Weiterbildung. Anstatt eines anschließenden Mittagsschläfchens wurden die Teilnehmer richtig aktiv. In Gruppen sollten sie sich Gedanken machen, wie sie die Informationen des Seminars im monatlichen RK-Abend an ihre Kameraden weitergeben könnten. Die Seminarleiter (Teresa Gassmann & Robert Kudraß) hatten dazu zuvor ein paar methodische Anregungen gegeben. Die Ergebnispräsentation der Gruppenarbeit brachte dann eine bunte methodische Vielfalt hervor und reichte vom konkreten Fallbeispiel mit lokalem Bezug bis zum Planspiel.

„Die
junge dynamische sächsische Arbeitsgruppe bei der Ausarbeitung
eines kleinen
Planspiels zur Sensibilisierung für die Problematik Luftsicherheitsgesetz.“
Für den Rest des Nachmittages übernahm eine Stadtführerin die Leitung und lotste die Seminarteilnehmer durch Weimar vorbei an den Grabstätten von Goethe und Schiller, deren früheren Wohnstätten, zum Rathaus, Stadtschloss und dem Deutschen Nationaltheater. Vor der Statue von Goethe und Schiller fand die „kulturelle Weiterbildung“ ihren Abschluss.


„Dichter & Denker“
Der Abend endete im „Felsenkeller“, der Thüringens erste Gastbrauerei sein soll, mit dem Abendessen und anschließendem Kameradschaftsabend. Während des geselligen Teils des Abends hatten sich die anwesenden Mitglieder der RAG Sport & Wettkampf „abgesetzt“ und im Nachtorientierungsmarsch durch Weimar zur modernen Schwimmhalle Weimars verlegt, in der sofort die Kalorien des Abendessens beim Schwimmen verbrannt wurden. Später schlossen sie sich dann der Gruppe jüngerer sächsischer Reservisten an, die nach dem Kameradschaftsabend noch die Studentenclubs Weimars erkundeten.
Der Sonntag war durch
einen starken Kontrast zum Vortag gekennzeichnet – denn mit Weimar verbindet
man nicht nur die Stadt der „Dichter & Denker“, sondern auch das
Konzentrationslager Buchenwald. Die sächsischen und thüringischen Reservisten
besuchten die Gedenkstätte die an die Verbrechen des NS-Regimes erinnert und
auch das Museum sowie die Gedenkstätte, die die Erinnerung an die Weiternutzung
des Lagers durch die Sowjets wach halten soll.

Den Abschluss des Wochenendes bildete eine Auswertungsrunde im Jakob-Kaiser-Haus, bei dem die Veranstaltung durchweg gute Kritiken erhielt. Nach dem Mittagsimbiss reisten schließlich alle Teilnehmer mit vielen neuen Einblicken und Eindrücken nach Hause.
Ob sich der Vorschlag einiger sächsischer Reservisten, das „Zweiländer-Seminar“ 2011 in Sachsen (Dresden) durchzuführen, umsetzen lässt, bleibt abzuwarten.
Peter Kögler, L d.R.