Im Rhythmus des Drachen die Elbe rauf
15.08.2009 - Torgau

(me) Als sich am sonnenstarken Samstagmorgen des 15. Augusts Reservisten verschiedenster sächsischer Kameradschaften auf dem Torgauer THW-Gelände einfanden, ahnte noch kein Teilnehmer, dass während der bevorstehenden Gewässerausbildung ein Ereignis bevorstehen sollte, bei dem es um jede Sekunde ginge.

Zu Beginn der, durch die RK Katastrophenschutz Elbeland Nordsachsen geleiteten, Aktion standen ein Lehrgang über den Umgang mit Stress und Tod im Einsatz, der psychologisch erklärt wurde, sowie eine gewässerspezifische Erste-Hilfe- Erläuterung. 

Darauf verlegten die neun RKs mit einem kurzen Stopp beim Tag der offenen Tür der örtlichen Feuerwehr an eine Anlegestelle der Elbe, auch wenn es von einigen alternativen Festivalbesuchern auf dem Weg negativ assoziierte Stimmen zu hören gab.

Am Flusskilometer 156 begann um 1245 die Fahrt in zwei Schlauchbooten. An mehreren Uferstellen wurde die Möglichkeit zum Üben des richtigen Anlandens und Ablegens genutzt. Trotz der anwährenden Hitze, führten Wind und Wasser zu ausreichend Abkühlung, wobei Kamerad Grötsch das zweite intensiver genoss, als er sich mit Badehose während der Fahrt in selbiges begab und einen Teil der Strecke parallel zu den Booten herschwamm. 

Am Kilometer 169 wurden die Reservisten von den Initiatoren des ebenda stattfindenden Brettiner Drachenbootrennens begrüßt und hatten die Möglichkeit zum Pausieren und Beobachten der einzelnen Mannschaften. Doch bei diesem passiven Verhalten blieb es nicht; die Reservisten meldeten sich als eine eigenständige Zusatzmannschaft, die nun gegen eine erfahrene antrat. 

20 Paddler betraten das Boot, das daraufhin nicht allzu leicht im Gleichgewicht zu halten war. Der zum Boot gehörige Steuermann passte sich schnell der neuen Besatzung an und wies mit laut klarem, militärischem Führungsstil in die Handhabung ein. Mit einer Trommlerin an der Spitze wurde der Paddelrhythmus vorgegeben und die Startlinie erreicht. Die Spannung machte sich mit freundlichen, verbalen Kommentaren der Mannschaften untereinander über das Wasser hinweg bemerkbar. Als das Startsignal ertönte, war jeder Teilnehmer stark konzentriert, den Rhythmus zu halten, dabei nicht in die eng hintereinander liegenden Nachbarpaddel zu geraten und dennoch größtmögliche Energie umzusetzen. 

Die Bootsspitzen lagen auf der flussaufwärtsgerichteten Sprintstrecke auf nahezu gleicher Höhe, jedoch schoben sich die Reservisten auf der zweiten Streckenhälfte nach vorn und hielten den Vorsprung auch mit wenigen Metern, als sie die Ziellinie durchquerten. 

Dieser verdiente Sieg brachte bei der Siegerehrung für die Reservistenmannschaft einen Zusatzpreis. Die weitere Strecke wurde allerdings wieder mit Schlauchbooten zurückgelegt bis zum Flusskilometer 172, der gegen 1700 in Dommitzsch erreicht wurde. 

Bisher lediglich die Arme zur Vorbewegung genutzt, brach nun ein Teil der Gruppe zu einem Fußmarsch von 14 Kilometern zum Kameradschaftsabend auf. Kamerad Fw. d. Res. Christian Grötsch wurde bei ebendiesem zu seinem Abschied aus der Region geehrt. So konnten alle Reservisten mehr oder weniger trockenen Fußes den Heimweg antreten und das Brettiner Drachenbootrennen kann sich sicher auch nächstes Jahr wieder auf eine schlagkräftige Reservistenmannschaft gefasst machen.

 

 

Martin Emberger, Ansprechpartner "Scout's"