Winterbiwak „Hammerstiel“
16./18.01.09 - Neustadt / Vogtland

Abgeleitet von dem Decknamen "Hammerstiel33" für ein ehemaliges NVA-Gelände (Luftraumüberwachung durch die FuTK (Funktechnische Kompanie) 313), führten sächsische Reservisten auf eben diesem immer noch gesicherten Areal, welches sich mittlerweile in Privatbesitz befindet, ihr Ausbildungsbiwak durch. Die Organisation und Durchführung lagen im Verantwortungsbereich der RK Heinrich von Plauen, bekannt für originelle FMF-Ausbildungen.


Sowohl in den zahlreichen Bunkern als auch in Zelten davor nächtigten die Teilnehmer dieses "Winterfeldlagers"

Der Großteil der Übung fand außerhalb dieses Areals in Form eines Orientierungsmarsches statt. Mit Karte, Bezugspunkten, UTM-Koordinaten und Marschkompaßzahlen mussten die Trupps einzelne Etappen ablaufen und trafen dabei auf verschiedene Stationen wie Sanitätsdienst, Verwundetentransport und Kampfmittel. Diese Stationen orientierten sich an den üblichen Wettkampfinhalten und boten somit eine Trainingsmöglichkeit für alle Teilnehmer. Beobachten, verfassen von Meldungen und Anfertigen von Skizzen waren hier beispielsweise von Bedeutung. Der Orientierungsmarsch im verschneiten Gelände war durchaus fordernd und nach etwa sechs Stunden kamen die Teilnehmer dann auch wieder an der letzten Station dieses Ausbildungstages an, zurück auf dem gesicherten Biwakareal.

Letzter Ausbildungspunkt war das Training für diverse Gefechtsausbildungen, da hier Befehlsgebung und Koordination des Vorgehens durch die 
eingeteilten GrpFhr bzw TrpFhr genauso wie Verbindung halten und übermitteln von Aufklärungsergebnissen an den Fhr in schwierigen 
Situationen im Mittelpunkt stehen sollten. 

Um die etwa einstündige Übung realistischer zu gestalten kamen selbstgebaute Dekorationen wie etwa ein Geschütz (natürlich schussunfähig aus verschiedensten Materialien zusammengebastelt, aber eben optisch originell) zum Einsatz. Da das Areal vom Besitzer wegen seiner Größe und Umfriedung aber auch für international bekannte Militärfahrzeugtreffen genutzt wird, bot dieser an mit einem Bergepanzer VT55A die Simulation nochmals aufzuwerten.


Bergepanzer VT55A und Geschützmodell aus Bastelmaterialien.
Mit dem Bergepanzer durften die Teilnehmer auch zahlreiche Runden drehen.
 

Im Gegensatz zu Computersimulationen oder Übungen mit Zurufen wie "Stellen Sie sich jetzt vor hier kommt jetzt ein Panzer" oder "Vor Ihnen befindet sich eine imaginäre Geschützstellung", waren die Teilnehmer hier also tatsächlich mit realen Zielen konfrontiert. Die Sicht war durch Nebel versperrt, der Boden zitterte unter den Ketten des Panzers und ohrenbetäubendes Dröhnen und Schreien drangen an die Ohren und schufen dadurch gewollte Streßsituationen.


Rollenspieler warten auf ihren Einsatz

Die bei Feuerwehren, Gemeinden und Polizei angemeldete Aktion war ein voller Erfolg und sorgte für Begeisterung in den Gesichtern der Teilnehmer, die sich genau solche realitätsnahen Übungen von Zeit zu Zeit wünschen. Ebenso beeindruckt waren die etwa 20 Gäste, welche die Übung vor Ort verfolgten. Das Ausbildungsziel wurde in beiden Abschnitten vollstens erfüllt. Alle Beteiligten erkannten die Schwierigkeiten in solchen Streßsituationen und zogen bei der anschließenden Auswertung wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Ausbildungen. Sowohl dieser Art als auch Katastrophen- und Objektschutzszenarien.

Kommunikation, eingespielte Trupps, Schnelligkeit und Überlegtheit sind enorm wichtige Faktoren, die nur durch Training und Konfrontation mit solchen Situationen angeeignet werden können. Diese Fähigkeiten sind dann nicht nur in den vermeintlich typisch militärischen Aktivitäten von Bedeutung (FMF - Förderung militärischer Fähigkeiten), sondern auch im erweiterten Aufgabenspektrum wie oben erwähnt.

SG d.R. Jens Richter